Luise Buning
Fächer: Deutsch, Philosophie, früher: Musik
Warum sind Sie Lehrer geworden?
Ach, das hat verschiedene Gründe. Einmal weil ich, aufgrund von großem Interesse, bestimmte Fächer unbedingt studieren wollte und mit Deutsch und Philosophie, meine ersten Studienfächer, liegt die Schule relativ nah. Außerdem war ich selber sehr gerne in der Schule, besonders die Oberstufe hat mir sehr viel Spaß bereitet, deswegen wollte ich das gerne weitergeben und auch weitermachen. Sozusagen in der Schule bleiben.
Hatten Sie vorher einen anderen Traumberuf?
Nein, ich habe zwar bei der Umfrage zur Berufswahl, welche es damals schon gab, Hebamme angegeben, aber das war als Witz gedacht und ich habe erst später gemerkt, dass es ja gar nicht witzig ist, sondern ein durchaus respektabler Beruf. Wir haben uns damals darüber lustig gemacht und heute bin ich auch froh, dass ich keine Hebamme geworden bin, weil die es total schwer haben. Der Lehrerberuf ist auf jeden Fall auch noch mein Traumberuf.
Was machen Sie in ihrer Freizeit?
Ich mache sehr viel sehr gerne. Meine Familie ist sehr wichtig für mich. Außerdem, das ist jetzt ein Vorteil des Lehrerberufes, reise ich gerne und das kann ich dementsprechend auch häufiger mal machen. Ich lese viel, höre und produziere Musik und was ich auch gerne tue ist stricken, das habe ich damals noch in der Schule im Fach Handarbeit gelernt. Mein großer Garten hilft mir auch mich von der geistigen Arbeit zu entspannen.
Was halten Sie von Klassenfahrten (insbesondere in Bezug auf Wangerooge)?
Ich finde Wangerooge eine ganz tolle Sache, besonders für die Klassen 5. Ich würde mir aber wünschen, dass je nach Interessenslage die Schüler auch die Möglichkeit haben, mal etwas anderes zu machen, also in Klasse 8 muss das nicht sein, man könnte es durchaus zur Wahl stellen. Aber grundsätzlich finde ich auch ganz toll, dass man dort so lange ist, eine gute Möglichkeit sich besser kennenzulernen.
Was finden Sie am FvS gut? Was würden Sie verändern ?
Was ich auf jeden Fall gut finde ist die Schülerschaft. Ich finde wir haben total nette Schüler, intelligente Schüler und wache Schüler, mit denen es Spaß macht zu arbeiten. Verändern würde ich nur was am "System Schule" generell, z.B. finde ich das frühe Auswahlverfahren in Klasse 5 und 6, diese ganzen Erprobungssequenzen, zumindest problematisch, weil ich immer wieder merke, dass Kinder dadurch schnell unter Druck geraten.
Was waren besondere Erlebnisse in Ihrer Schulzeit? Positiv sowie Negativ?
Also das war ein reines Mädchengymnasium, an dem ich war, und in der Oberstufe kamen dann Jungen dazu. An der reformierten Oberstufe haben mir dann vor allem auch die dazugehörigen Tanzkurse sehr gut gefallen und eigentlich alles, was man halt mit 15 so macht. Negative Erlebnisse habe ich erfahren im Zusammenhang mit Lehrern, die mit ihrem Beruf nicht glücklich sind, sowas gab es bei uns auch und Schüler sind sehr grausam, wir waren damals auch sehr grausam. Vor allem hinterher hatte mich das dann sehr betroffen gemacht, als ich selber Lehrerin werden wollte, das tat mir dann sehr Leid. Insgesamt habe ich aber sehr positive Erinnerungen an meine Schulzeit.
Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Wenn überhaupt dann bin ich Epikureer, d.h. mir ist die Freude im Leben sehr wichtig, allerdings aufgrund meiner Herkunft bin ich ,,schwäbische Hausfrau", also pflichtbewusst und ordnungsliebend aufgezogen.
Vorbilder?
Früher, in meiner Schul- und Studienzeit, habe ich ganz naiv geschwärmt für die Heldinnen englischer Romane, wie z.B. Jane Eyre. Später bin ich dann mit Kant in Berührung gekommen, welcher mich auch sehr beeindruckt und geprägt hat in dem, was ich sein wollte, ob ich das geschafft habe, weiß ich nicht. Aber ein gewisses Pflichtgefühl in seinen Entscheidungen, das fand ich immer gut.
Wie würden Sie sich selbst bezeichnen, wenn Sie Schüler wären?
Ich glaube, dass ich nicht sehr geduldig bin und insofern Schüler, die vielleicht mal ein wenig abgelenkt oder faul sind, es recht schwer haben mit mir. Auf der anderen Seite denke ich, dass ich sehr freundlich bin im Umgangston und deshalb Schüler auch keine Angst haben müssen. :-)
Was halten Sie von EVA?
Die Idee, die dahinter steckt, ist sehr gut, das Problem liegt wie so oft in der Durchführung. Ich kann sehr gut verstehen, dass junge Leute, wenn sie denn frei haben, nicht unbedingt immer Lust haben zu arbeiten, trotzdem vertraue ich immer wieder auf das Pflichtgefühl der Schüler und deren Einsicht, dass die Aufgaben wohl doch wichtig sein könnten z.B. in Anbetracht der Klausur. Ich denke mal, ähnlich wie andere Arbeitnehmer auch einen Stundenplan haben, also einen Zeitrahmen haben in dem sie anwesend seien müssen, könnte man das Schülerdasein auch als Job auffassen, in welchem man bestimmte Anwesenheitszeiten hat und da macht man dann eben auch diese Aufgaben.
Welche Person würden Sie gerne mal treffen bzw. mit dieser reden wollen? (tot oder lebendig)
Über die Frage müsste ich eigentlich länger nachdenken... Ich würde gerne mal mit Elisabeth der ersten reden, die Königen von England um 1600, weil die Zeit mich auch sehr interessiert und sie als Frau ganz alleine war in diesem politischen System.
Haben Sie schon mal etwas von Schülern gelernt?
Oh ja ganz sicher. Es kommt häufiger vor, dass Schüler nicht verstehen, was man will und man dann durch die Auseinandersetzung erst merkt, wie man sich besser ausdrücken muss, wie man gewisse Dinge formulieren muss. Durchaus kommen auch Fragen auf, die Schüler stellen, auf die ich so erst einmal nicht gekommen wären z.B. kritische Fragen zu Texten.
Haben Sie eine interessante Anekdote?
Ne, also bei Anekdoten und Geschichten bin ich ganz schlecht, obwohl ich schon gute Sachen gehört habe, die man sich auch gerne merken will, aber das klappt einfach nicht so gut.
Wenn man für das Leben lernen sollte, was würden Sie den Schülern mitgeben?
Also ich finde, dass man in der Schule für das Leben lernt, wobei man nicht alles gleichermaßen braucht. Ich war und bin nach wie vor z.B. in irgendwelchen Binomischen Formeln nicht gut, aber was man auf jeden Fall lernt, abgesehen von den Inhalten, ist miteinander gemeinsam Dinge zu erarbeiten, das miteinander Umgehen im Klassenverband und mit den Lehrern. Man merkt natürlich auch, was einem Spaß macht und was nicht, und das dann einen auch beeinflusst in der Berufsentscheidung.