
Ein Theater im Hinterhof als Lernstätte? Drei 9. Klassen besuchten das Horizont Theater in Köln, um sich das Stück „Besuch der alten Dame“ anzugucken und den im Deutschunterricht erarbeiteten Inhalt der Lektüre zu vertiefen.
Am 15. März 2016 startete um 8 Uhr der etwas andere Schultag für die Neuntklässler. Zwei Klassen fuhren in Begleitung von Frau Dr. Schulz, Frau Dauzenberg und Herrn Eising mit dem Bus in die Domstadt. Da sie im Stau standen, kamen sie gerade noch rechtzeitig zur Vorstellung. Die Klasse 9c, unter der Leitung von Frau Vincke und in Begleitung von Frau Onkes, hatte sich für eine Zugfahrt entschieden. Nach eineinhalbstündiger Fahrt ohne Stau kam die Gruppe zeitig in Köln an und absolvierte den restlichen Weg zum Theater zu Fuß am Rhein entlang.
Das Horizont Theater liegt nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt und ist umgeben von Wohngebäuden. Da es sich etwas versteckt im Hinterhof befindet, wurde es von den Schülerinnen und Schülern zuerst nicht als Theater wahrgenommen. Nach kurzem Aufenthalt im Thatercafe wurden die Klassen eingelassen. Hier wartete eine weitere kleine Überraschung: Die Schüler wurden in den Keller geführt, wo sie eine Kulisse vorfanden, die sie so nicht erwartet hatten. Das Bühnenbild war - genau wie der gesamte Raum - schwarz, war mit einem weißen Spinnennetz umgeben und hatte nur wenige Requisiten, wie zum Beispiel Koffer und Kisten. Statt auf gepolsterten Sesseln in gewohnten Reihen und Rängen saßen alle Zuschauer auf Stühlen direkt an der Bühne.
„Die Bühne war geschätzt 6 x 5 Meter. Alle saßen sehr nah zum Geschehen, da es nur drei Sitzreihen gab. Mein Stuhl stand so, dass ich mit meinen Füßen auf der Bühne stand!“, sagte Frau Vincke verwundert, empfand das dort erlebte Ambiete aber als sehr aufregend und positiv. "Ich hatte mir das Theater ganz anders vorgestellt!", war die einhellige Meinung der Schülerinnen und Schüler. "Ich dachte, alles wäre viel größer, so wie in einem richtigen Theatersaal.", zeigte sich Amira aus der 9c sichtlich überrascht. Doch die ungewöhnliche Umgebung trug ihr Übriges zum Gelingen des Stückes bei. Dank der wenigen Requisiten konnte man sich ganz auf das Stück einlassen.
Die Schüler waren begeistert von den Leistungen der Schauspieler, die zu sechst das Stück hervorragend rüberbrachten. Zwar wurden einige wenige Passagen des Dramas ausgespart, doch im großen und Ganzen war es eine prima Möglichkeit, den Inhalt des Stückes noch einmal nachzuempfinden.
Nach dem Stück hatten die Schüler die Möglichkeit, sich in der Innenstadt aufzuhalten, um shoppen zu gehen oder eine Kleinigkeit zu essen, bevor es am Abend nach Hause ging. Alle beteiligten waren sich einig, dass dies ein gelungener Schultag war.
Auch in den Gesprächen im Unterricht nach dem Besuch waren die Schülerinnen und Schüler begeistert von der Umsetzung der Lektüre mit der einfachen Gestaltung des Bühnenbildes, worüber sich die Lehrer sehr freuen.