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"International Baccalaureate" heißt der weltweit anerkannte Abschluss, der seit 2017 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium möglich ist. Wer am Ende seiner Schullaufbahn mit besonderen Englischkenntnissen und einem entsprechenden Abitur auf dem Arbeitsmarkt oder an der Uni punkten will, ist hier genau richtig. 
 

Seit 1991 können Schülerinnen und Schüler am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium eine bilinguale Klasse besuchen. Auf dem Weg zum Abitur werden die "Bilis" – wie sie liebevoll genannt werden – in Fächern wie Geschichte oder Erdkunde auf Englisch unterrichtet, um in dieser Sprache ihre sprachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besonders zu vertiefen. Die Erfahrung zeigt: Der zweisprachige Zweig ist ein echtes Erfolgsmodell.

Nun bietet das Stein im Rahmen des englischsprachigen Unterrichts ein weiteres Highlight für Oberstufenschüler der Q1 und Q2 an: Künftig kann hier von interessierten Schülerinnen und Schülern ein international anerkannter Schulabschluss erworben werden. Das sogenannte "International Baccalaureate" (IB) soll den Abiturienten den Zugang zu Hochschulen international erleichtern.

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hat den endgültigen Schritt getan, um das IB anzubieten und ist seit dem 19.07.2017 eine von nur fünfzig Schulen bundesweit, die diesen speziellen Abschluss anbieten. Das Besondere daran ist: Davon sind lediglich zwanzig öffentliche Schulen! Die Stadt Hamm hat für das Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren 85.000 € zur Verfügung gestellt. Von dem Geld werden zunächst einmal anfallende Kosten, wie für Schulmaterial, und die zahlreichen Lehrfortbildungen, die in Frankfurt, London und Barcelona stattfinden, gedeckt.

Möglich ist das IB erstmals ab dem Schuljahr 2017/18.


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Die Durchsetzung dieses Projekts hat der Koordinator für IB, Christian Flick, in Zusammenarbeit mit weiteren Lehrkräften unserer Schule in die Wege geleitet. Im Gespräch erklärt Herr Flick die Besonderheiten und Vorteile des "International Baccalaureate".


Herr Flick, was muss man sich unter dem Begriff „International Baccalaureate“ vorstellen?

Das IB ist ein Zusatzangebot für interessierte Oberstufenschüler in der Q1 und Q2, die neben dem Abitur einen weiteren, international anerkannten Schulabschluss erwerben wollen. Dieser Schulabschluss – eigentlich als Diploma Programme bezeichnet – soll an unserer Schule das Ab
itur ergänzen, aber nicht ersetzen. Dabei werden Schülerinnen und Schüler sechs Fächer aus den Bereichen Sprachen, Naturwissenschaften, Mathematik und den Gesellschaftswissenschaften wählen. Mit Blick auf das Anforderungsniveau und die Stundenzahl ist die Hälfte dieser Kurse vergleichbar mit unseren Leistungskursen, die andere Hälfte ähnelt unseren Grundkursen.


An wen richtet sich das Angebot, diesen internationalen Abschluss zu absolvieren?

Grundsätzlich richtet sich das IB an alle interessierten Schülerinnen und Schüler, die gerne in und mit der Fremdsprache Englisch lernen, eine stabile Arbeitsmotivation mitbringen und sich eigenständig organisieren können.


Kann jeder interessierte Schüler teilnehmen oder gibt es Beschränkungen? (z.B. feste Klassengrößen, Aufnahmetests, etc.)


 Eingangstests oder andere Zugangsbeschränkungen haben wir nicht vorgesehen. Wir werden aber interessierte Kandidaten gerne frühzeitig beraten und mit ihnen gemeinsam feststellen, ob das IB etwas für sie ist.


Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, wenn ich mit dem Gedanken spiele, das IB zu erwerben?

Wie bereits angedeutet, ist das IB ein forderndes Zusatzangebot. Das heißt: gute bis sehr gute Englischkenntnisse, Ausdauer, Zielstrebigkeit und die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren, sind wichtige Voraussetzungen.


Welchen Vorteil haben Schüler, die sich für diese spezielle Schullaufbahn entscheiden?

Erstens bringt das IB Vorteile im Studium – über 2000 Hochschulen weltweit akzeptieren das IB als Schulabschluss, in den USA wird den IB-Absolventen das an Hoc
hschulen übliche Einführungsjahr erlassen. Zweitens bringt es Vorteile bei Bewerbungen auf dem Arbeitsmarkt: Wer es geschafft hat, in der Oberstufe das Abitur und das IB miteinander zu vereinbaren, hat in den Augen vieler Arbeitgeber eine herausragende Arbeitshaltung und Zielstrebigkeit gezeigt. Das bedeutet, dass unsere IB-Absolventen nicht nur ihren eigenen Horizont erweitern, sondern auch handfeste Vorteile für Beruf und Studium mitnehmen werden.


Worin unterscheidet sich die Schullaufbahn von der "herkömmlichen", bei der am Ende das "altbekannte" Abitur steht?

Der erste Unterschied fällt gleich ins Auge: Alle Prüfungen, mit Ausnahme von Deutsch und zusätzlichen Fremdsprachen, werden auf Englisch abgelegt. Aber auch inhaltlich gibt es Unterschiede: Und zwar werden Unterrichtsinhalte durchgenommen, die in unseren Lehrplänen nicht vorgesehen sind. Auch ist ein Fach Teil des IB, das in Deutschland so nicht angeboten wird: „Theory of Knowledge“ (TOK). Hier erarbeiten unsere IB-Kandidaten, wie Wissen in verschiedenen Fachdisziplinen entsteht und wie unsere Wahrnehmung Wissen beeinflusst. Insgesamt kann man sagen: Das IB achtet mehr auf die Breite des Wissens als auf die Tiefe.


Kommt ein besonderer Mehraufwand auf die IB-Schüler zu?

Im Moment arbeiten wir daran, den
zusätzlichen Aufwand möglichst gering zu halten. Aber sicherlich werden IB-Schüler an einigen Stellen Zusatzstunden brauchen, schon allein wegen des Faches TOK.


Bringt die Entscheidung spezielle Verpflichtungen oder Kosten mit sich?

Die Kurzantwort lautet: „nein“. Den Lehrkräften, die gerade an der Einführung des IB arbeiten, ist eines ganz wichtig: Finanzielle Hürden soll es keinesfalls geben. Das bedeutet, dass unsere IB-Kandidaten keinerlei zusätzliche Prüfungsgebühren oder Teilnahmegebühren bezahlen müssen. Allein das Interesse und die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler sollen über den Zugang entscheiden.


Kann die Entscheidung für die Schullaufbahn mit dem IB als Abschluss im Laufe der Schulzeit rückgängig gemacht werden? Besteht die Möglichkeit, bei Schwierigkeiten in die "normale" Schullaufbahn zu wechseln?

Den Weg zum Abitur werden unsere IB-Schüler nicht verlassen – das IB ist ein Zusatzangebot, aus dem man jederzeit aussteigen kann. Wir werden natürlich immer im Einzelfall schauen, ob ein Ausstieg tatsächlich ratsam ist, aber der Einstieg ins IB verpflichtet nicht dazu, die Abschlussprüfungen abzulegen.



Herr Flick, an wen kann ich mich zudem bei Fragen zu diesem internationalen Schulabschluss wenden?

Wer sich jetzt schon für das IB interessiert, kann sich jederzeit gerne an mich wenden. Es wurde eigens ein kleines IB-Büro in Raum 106 eingerichtet, in dem sich Schüler nach Terminvereinbarung persönlich über dieses Angebot beraten lassen können.




Auch Radio Lippe Welle Hamm hat über den Kooperationsvertrag für das Internationale Baccalaureate berichtet. Interessierte können sich diesen Beitrag im folgenden Link anhören.
Radiobeitrag Lippe Welle Hamm (18.12.2014)


             
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